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Anklage im Zusammenhang mit Schiffsunglück auf dem Rhein zwischen Ludwigshafen und Speyer im Dezember 2019

Datum: 17.06.2020

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen einen Schiffslotsen Anklage zum Amtsgericht Mannheim – Schifffahrtsgericht – wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs erhoben (§§ 315 a Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 Nr. 2 StGB).

Dem Angeschuldigten liegt nach den Ermittlungen im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last:

Der Angeschuldigte soll am späten Abend des 19.12.2019 als Lotse auf einem auf dem Rhein zwischen Ludwigshafen und Speyer fahrenden Tankschiff für die Bestimmung des Kurses verantwortlich gewesen sein. Nachdem ein Fahrgastkabinenschiff das Tankschiff überholt hatte, näherte sich entgegenkommend ein weiteres Fahrgastkabinenschiff, das auf die bevorstehende Begegnung aufmerksam gemacht haben soll. Es soll dann bei starkem Nebel und einer Sichtweite unter 100 Metern zwischen beiden Schiffen, die unter Radar fuhren, abgesprochen worden sein, dass eine Begegnung der beiden Schiffe auf der Steuerbordseite habe erfolgen sollen. Hierzu hätte sich das zu diesem Zeitpunkt nahe des pfälzischen Rheinufers fahrende Tankschiff in die Mitte des Fahrwassers begeben müssen, um dem entgegenkommenden Fahrgastkabinenschiff das Passieren am pfälzischen Rheinufer zu ermöglichen. Der Angeschuldigte soll es jedoch unterlassen haben, den Kurs seines Schiffes entsprechend einzurichten, sodass es in Ufernähe gegen 22:15 Uhr zur Kollision beider Schiffe kam. Dem Fahrgastkabinenschiff soll ein Ausweichen bei Erkennen der Gefahrenlage nicht mehr möglich gewesen sein. Der bei dem Zusammenstoß verursachte Sachschaden soll sich auf über 600.000 EUR belaufen, zudem sollen insgesamt mindestens 32 Personen überwiegend leicht verletzt worden sein. Beide Schiffe blieben schwimmfähig, Gefahrstoffe traten nicht aus.

Das in der Schifffahrtssache örtlich zuständige Amtsgericht Mannheim hat nunmehr über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden. Ein Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.


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